Greenroom

Overhead Project

Das Eigenleben der Dinge, die uns umgeben muss ein eigentümliches sein. Still, nicht stumm, existieren sie neben uns, mit uns, geben uns Halt und Orientierung und ruhen (ähnlich den Pflanzen) in ihrer Macht, die diese Welt konstituiert. Die Objekte, die von Menschen geschaffen werden sind mächtige Instanzen, die unser aller (und je individuelles) Leben tragen. Erst wenn sie nicht mehr das tun, was ihnen zugeschrieben wurde wird diese Macht offensichtlich – als eigentümliche Form der (vermeintlich) passiven Widerständigkeit. Dann scheinen sie uns mitunter wie ein Enfant Terrible und es zeigt sich die ganze Dimension ihrer Wirksamkeit und ihres Einflusses.

Greenroom eröffnet einen Erfahrungsraum, um mit den Objekten, die wir machen und die uns ausmachen in Kontakt zu treten. Diese zumeist banalen Dinge sind – wenn wir sie entsprechend betrachten – Außerirdische mit erstaunlichsten Qualitäten und Charakteristika. Sie leben unter uns und wir kommunizieren mit ihnen. Sie können sprechen und uns berühren. Greenroom ist das Medium, um in einen direkten Dialog mit ihnen einzutreten.

In Greenroom begeben sich vier Performer:innen rund um den Akrobaten und Tänzer Breno Caetano in einen sich stetig wandelnden Raum zwischen Holzwerkstatt, physischem Experimentierfeld und Ausstellungsraum. Holz, Metall, Stein und andere sonst auf ihre bloße Funktionalität degradierten Materialien, geben hier den Ton an. Die Materialität der Dinge bestimmt die Szenerie und dreht die so sicher geglaubte Schwerkraft immer wieder auf den Kopf. Greenroom manifestiert sich als ein Ort, an dem Objekte ihre eigene Sprache sprechen und an dem neue Vereinbarungen getroffen werden – inklusive bisher unbekannter Gravitationsgesetze. Ein Ort, an dem nichts so ist wie man erwartet und nichts so bleibt wie es war.

Performance, Kreation: Breno Caetano, Tim Behren, Simon Bauer, Charlotte Ducousso. Choreographie: Tim Behren, Breno Caetano. Holzarbeiten: Breno Caetano. Musikkomposition: Simon Bauer. Licht- & Bühnendesign: Charlotte Ducousso. Kostümdesign, Kostümskulpturen: Laura Nataf. Dramaturgische Begleitung: Johanna Hilari, Matthias Quabbe. Rigging: Lisa Chudalla, Anders Jensen. Interdisziplinäre Recherche: Anna Menzel, Mirjam Hildbrand, Eric Eggert, Tim Behren, Matthias Quabbe, Johanna Hilari, Simon Bauer, Breno Caetano, Charlotte Ducousso. Technische Leitung: Philipp Zander. Produktionsleitung: Lisa Lehnen. Öffentlichkeitsarbeit, Management: Mechtild Tellmann. Internationale Netzwerke: Valentina Barone.
Uraufführung: 03.03.23 Ringlokschuppen Mülheim Ruhr

Gefördert durch den Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen von NEUSTART KULTUR, die mehrjährige Projektförderung des Kulturamts der Stadt Köln, den Landesverband Freie Tanz- und Theaterschaffende Baden-Württemberg e.V. (LaFT BW) sowie das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW (Spitzenförderung Tanz). Koproduziert durch Ringlokschuppen Ruhr Mülheim, Theater Rampe Stuttgart und EinTanzHaus Mannheim.