Es wird Licht – Dramaturgie der Genese choreografischer Projekte

Mit der ersten Förderung durch Distanz Solo konnte ich meine langjährige Tätigkeit als angestellter Dramaturg rekapitulieren und meine freiberufliche Arbeit als Dramaturg im Verhältnis dazu reflektieren.

Ich habe in der Rückschau, und durch Gespräche mit Kolleg:innen analysieren können wie meine Position als Dramaturg unterschiedlich wirksam wird – nicht nur bezüglich angestellt vs. freiberuflich, sondern auch je nach dem wie und ab wann ich in ein Projekt einbezogen werde. Ich konnte so das Gesamtgebilde eines Projekts sowohl auf personeller Ebene, wie auch auf inhaltlich-künstlerischer Ebene als ein dynamisches Gefüge erkennen, in dem sich Positionen und Funktionen im Verlauf eines Projekts verschieben und mit ihnen Art und Ausmaß von Kommunikation, Einfluss und Verantwortung. So entsteht ein Bild von einer Dramaturgie eines Gesamtgefüges, das Ansprüche (an) und Möglichkeiten meiner Position als Dramaturg differenzierter widerspiegelt.

Mit der zweiten Förderung von Distanz Solo werde ich spezifische Punkte im dramaturgischen Arbeiten in choreografischen Projekten betrachten. Aufbauend auf meinen Erkenntnissen möchte ich den Fokus auf die Genese von Projekten legen und mich mit Methoden im Hinblick auf Idee-, Konzept- und Projektentwicklung beschäftigen: Wie entstehen Ideen, aus denen Konzepte entwickelt werden? Wie werden Konzepte entwickelt und so aufgebaut, dass sie ein ganzes Projekt tragen können? Wie entsteht aus dem Konzept choreografisches Material? Welche Möglichkeiten bieten unterschiedliche personelle Konstellationen im Hinblick auf Projektentwicklung und Entscheidungsprozesse? Wie verändern sich Anforderungen an die Position Dramaturgie in der Dynamik eines Projektverlaufs?

Ziel ist die Beschreibung eines systematischen Projektverlaufs mit variablen dramaturgischen Arbeitsansätzen.

Gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien im Programm NEUSTART KULTUR, Hilfsprogramm DIS-TANZEN des Dachverband Tanz Deutschland.

Foto: Matthias Quabbe